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Wie geht’s weiter am Zelleschen Weg? Die zweispurige Variante ist eigentlich beschlossene Sache, doch nun wurde erneut über den Ausbau der Uni-Magistrale abgestimmt.

Am Ende gab es ein Unentschieden im Dresdner Stadtrat, als erneut über den Ausbau des Zelleschen Wegs, der vom Fritz-Förster-Platz vorbei an der SLUB und damit mitten durch den TU-Campus führt, abgestimmt wurde. Eigentlich war die zweispurige Variante schon seit 2016 beschlossene Sache, doch CDU, FDP, Freie Wähler und AfD wollten nun doch die vierspurige Lösung durchsetzen, bei der auch Bäume hätten gefällt werden müssen und der Wall vor der SLUB in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Bei der Abstimmung standen dann letzte Woche 35 zu 35 Stimmen, der Antrag war damit abgelehnt und es wird weiter mit zwei Spuren geplant. Auch die TU Dresden, der StuRa und die SLUB hatten sich für diese Variante ausgesprochen.

Mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger

Zur Info: Der Zellesche Weg ist Teil des Vorhabens „Stadtbahn 2020“. Er soll in den nächsten Jahren Straßenbahngleise erhalten, sodass die schon lange über der Belastungsgrenze fahrenden Busse der Linie 61 entlastet werden. 2026 oder 2027, so die Planung, soll es so weit sein. Außerdem sollen Radfahrer und Fußgänger mehr Platz bekommen. Würde man jetzt wieder auf vier Spuren umplanen, ginge wertvolle Zeit verloren. Eine Straßenbahn würde dann voraussichtlich erst 2030 über den Zelleschen Weg rollen.

Autos werden immer weniger

Zudem hat der Autoverkehr in den letzten Jahren abgenommen, wie Stefan Engel, Sprecher für Stadtentwicklung und Verkehr bei der SPD-Fraktion, erklärte. So seien 2003 noch jeden Tag ca. 34 000 Autos über den Zelleschen Weg gerollt, 2018 waren es nur noch 18 000. Ein Ausbau auf vier Spuren sei also gar nicht nötig. Vielmehr würden dafür zwei 5,50 Meter breite Fahrspuren ausreichen, so Johannes Lichdi, Verkehrsexperte der Grünen. Nur an den Kreuzungen soll die Straße nochmal vierspurig sein. So sehen es die Planungen von 2016 vor. Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert hatte für die zweispurige Variante gestimmt.

Studenten und SLUB ernst nehmen

„Endlich hat diese monatelange Hängepartie ein Ende. Der CDU-Antrag hätte die Planungen für das Stadtbahnprojekt um zwei Jahre zurückgeworfen. Das Abstimmungsverhalten der CDU lässt weit blicken: Nach außen wird so getan, als würde man die Bedürfnisse der SLUB und der Studierenden ernst nehmen. Am Ende geht es der Fraktion aber doch nur um die sinnlose Vierspurigkeit. Die 2016 beschlossene Planung ist ein guter Kompromiss, der für alle Verkehrsteilnehmer tragbar ist. Die Leistungsfähigkeit einer Straße ergibt sich schließlich aus den Knotenpunkten“, sagt Stefan Engel.

Erleichterung beim StuRa

Auch der TU-StuRa ist froh über die Entscheidung: „Wir möchten uns beim Oberbürgermeister, bei allen Akteuren aus dem Stadtrat, der Uni und der SLUB sowie weiteren Initiativen bedanken, die für die stadtverträglichere Variante des Zelleschen Weges gekämpft haben“, war in einer Pressemitteilung zu lesen.

Text: UNi
Foto: Archiv/StuRa TUD

Bildquellen

  • Zellescher Weg: Archiv/TUD-StuRa
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