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Was lange währt – währt an der Bergstraße noch eine Weile länger. Die Sanierung der Neuen Mensa ist im Beisein des sächsischen Wissenschaftsministers Sebastian Gemkow offiziell gestartet. 2024 soll alles fertig sein.

Auf dem Vorplatz des Hörsaalzentrums stand seit 2015 ein umgebauter Fiat des Studentenwerks, aus dem Hotdogs und andere Snacks verkauft wurden. Darauf stand unübersehbar geschrieben „2019 – Zurück in die Neue Mensa“, angelehnt an den US-Filmklassiker „Zurück in die Zukunft“ aus den Achtzigern. Aber 2019 kam und ging. Aus dem „2019“ wurde das Pasta-Mobil, das mittlerweile auf die andere Seite des HSZ neben den Grill-Cube umgezogen ist – zurück in die Neue Mensa kamen die Studierenden der TU aber nicht. 

Bis zu 5000 Essen am Tag

Die meisten von uns kennen sie mittlerweile nur noch als das wegen Bauarbeiten geschlossene Gebäude neben der Fußgängerbrücke. Dabei war es lange ein zentraler Punkt des Campuslebens: Der DDR-Bau wurde in den späten Siebzigern gebaut und Anfang 1981 eröffnet. Auf zwei Ebenen wurden bis zu 5000 Mittagessen am Tag ausgegeben; aber das Gebäude sollte den ganzen Tag ein Ort des Austauschs für die Studierenden sein, vom Frühstück vor der ersten Veranstaltung bis zum Konzert am Abend. Deshalb beherbergte das Gebäude neben der Mensa selbst auch eine Cafeteria und die legendäre „Bierstube“, und es wurden regelmäßig Partys und Konzerte veranstaltet. 

Unter Denkmalschutz

Das DDR-typische Dekor – unverputzte Backsteinwände, Terrazzofliesen, dunkle Holzvertäfelung an den Decken und große Wandgemälde – war sicherlich für manche gewöhnungsbedürftig, und als in den frühen 2000ern der Sanierungsbedarf der Neuen Mensa festgestellt wurde, pochte man nicht unbedingt auf den vollständigen Erhalt ihres Erscheinungsbilds. Das änderte sich, als das Gebäude 2008 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Nun mussten Pläne her, wie die Neue Mensa möglichst originalgetreu zu sanieren sei, ohne dabei Abstriche beim Brandschutz oder der Wärme- und Schallisolierung machen zu müssen. 2014 musste sich die Studierendenschaft erstmal von der „Bierstube“ am Campus verabschieden. Für ihre Wiedereröffnung wurde sogar eine Unterschriftenaktion gestartet. CAZ berichtete darüber in der April-Ausgabe 2018 auf Seite 5. Mensa und Cafeteria zogen übergangsweise ins „Zeltschlösschen“ an der Nürnberger Straße, das vor fast genau sechs Jahren am 13. Oktober 2014 feierlich eröffnet wurde. Den Namen wählte Lukas Eichhorn, ein Geographie-Student, der den Namenswettbewerb des Studentenwerks gewonnen hatte.

Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete

Bevor die Bauarbeiten aber richtig losgehen konnten, wurde die Neue Mensa noch für eine Weile zur politischen Akteurin: Zwischen 2015 und 2016 war sie Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Erst danach ging es an Schadstoffsanierung und Tiefbau, und trotz aller Baupläne und sorgfältiger Vorbereitung hielt der DDR-Bau immer wieder Überraschungen bereit, auf die es sich neu einzustellen galt.

Sanierung der Neuen Mensa beginnt

Nun sind nach langem Warten alle vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen. Am 14. Oktober 2020 schlugen Sachsens Wirtschaftsminister Sebastian Gemkow (Foto Mitte) und Martin Richter (Foto rechts), der Geschäftsführer des Studentenwerks, symbolisch die ersten Nägel ein und stießen so offiziell die Sanierung an. Das lange Warten und die Beharrlichkeit aller Beteiligten zahle sich aus, so Richter. Voraussichtlich 30 Mio. € wird der Um- und Ausbau kosten; Speisesäle, „Bierstube“ und Cafeteria im alten Gewand werden ergänzt durch eine moderne Essensausgabe und Küche und viele Sitzplätze im Freien. Doch bis die größte Mensa am Campus ihre Tore wieder öffnet, wird es noch eine Weile dauern: Voraussichtlich 2024 soll alles zur Eröffnung bereit sein. 

Text: Carolin Lange
Foto: PR

Bildquellen

  • Sanierung neue Mensa: PR
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