Keine Kohle? Noch bis Ende September Überbrückungshilfe beantragen!

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Bis 30.9.2020 können Studierende in finanzieller Not Überbrückungshilfe per Online-Tool beantragen. Welche Stolperfallen leider dabei lauern, hat CAZ-Autorin Charlotte Rüsch beim StuRa der TU erfahren. 

Wieder einmal treffe ich mich mit Paul Senf, einer der studentischen Senatoren der TUD. Diesmal geht es um den Ablauf zur Beantragung der Überbrückungshilfe für Studierende, die durch Corona in finanzielle Not geraten sind. Seit Juni bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Möglichkeit, über ein Online-Tool das Geld zu beantragen. Dabei muss man verschiedene Dokumente vorlegen, unter anderem mehrere Selfies, alle Kontodaten sowie eine ausführliche Begründung, warum man in finanzieller Notlage ist. 

Unzureichende Begründung

Sollte der Antrag durchgehen und der Kontostand beträgt weniger als 500 Euro, dann bekommt man seinen Kontostand auf diesen Betrag wieder aufgestockt. So weit so gut, dennoch bedauert Paul: „Die Vorteile sind, dass es ein Zuschuss ist, den muss man nicht zurückzahlen, und da hören die Vorteile auch ehrlich gesagt auf.“ Jetzt möchte ich es genau wissen, wo ist da der Haken? „Das geben sie alles in dieses Tool ein, geben dann den Antrag ab, und dann filtert das Tool nach uns unbekannten Kriterien selber raus. Es gibt dann tatsächlich nur eine unzureichende Begründung. Es heißt dann nur: ‚Ihre Unterlagen waren leider nicht vollständig und/oder nicht leserlich hochgeladen.‘. Und es steht nicht da, warum.“ 

Zu scharfe Kriterien?

Doch was können Gründe für eine Ablehnung sein? „Das liegt an der Unvollständigkeit der Anträge. Und Unvollständigkeit kann schon heißen, dass ein Name auf dem Kontoauszug fehlt oder dass die angegebene Adresse nicht mit der auf dem Personalausweis übereinstimmt, einfach, weil noch keine Zeit zum Ummelden war. Also die Kriterien sind dort viel, viel, viel zu scharf und die Studis wissen einfach nix davon.“ 

Fehler im Tool

Doch damit nicht genug, Paul weiß noch Weiteres zu berichten: „Wir haben von Leuten gehört, die einen Antrag gestellt haben, der abgelehnt wurde. Sie waren sich aber hundertprozentig sicher, dass sie alles vollständig hochgeladen haben. Dann haben sie nachgefragt und es ist ein Fehler im Tool aufgefallen. Wir wissen nicht, wie viele Studis das einfach so hingenommen haben.“ 

Mehr Infos bitte!

Pauls Verärgerung ist spürbar, und auch ich frage mich, warum man bei Ablehnung des Antrags keine Begründung bekommt und keine fehlenden oder fehlerhaften Dokumente nachgefordert werden. Sollte es nicht das Bemühen des Bundesministeriums sein, möglichst allen Studierenden in finanzieller Not zu helfen? Eins ist klar, ein fehlerhaftes Online-Tool und unzureichende Informationen helfen schon mal nicht. 

Bis Ende September kann jeder Studierende noch sein Glück versuchen und die Überbrückungshilfe beantragen. Achtet dabei unbedingt auf alle Einzelheiten und nehmt eine Ablehnung nicht ohne Nachfrage hin!

Text: Charlotte Rüsch
Foto: Pixabay/Capri23auto

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