Prüfungen freiwillig: Kann-Semester an der TU Dresden

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Zählt das Semester? Wie werden Prüfungen geschrieben? Gibt es Nachteile, wenn ich dieses Semester nicht so viel schaffe wie sonst? Antworten auf diese Fragen gibt der aktuelle Senatsbeschluss der TU Dresden.

Seit fast einem Monat läuft das digitale Semester und ein Großteil der Veranstaltungen findet online statt. Es herrscht ein Anschein von Normalität, doch für viele Studierende ist es ein Studium im Ausnahmezustand. Neben finanziellen Sorgen gibt es Fragen und Ängste: Zählt das Semester? Wie werden Prüfungen ablaufen? Gibt es Nachteile, wenn ich dieses Semester nicht so viel schaffe wie sonst?

Studentenvertretung drängt auf Klarheit

„Nachdem der Freistaat Sachsen bedauernswerter Weise erklärt hat, die Probleme der Studierenden und der Hochschulen nicht auf Landesebene lösen zu wollen, haben wir an der TU Dresden daher auf eine Sondersitzung des Senats gedrängt, um zumindest unseren Studierenden endlich Klarheit zu geben und die Unsicherheit zu verringern,“ erklärt Lutz Thies, studentischer Senator. „Wir freuen uns, dass die Universität unseren Vorschlägen offen gegenüberstand und wir gemeinsam zu fairen Regelungen kommen konnten.“

Senatsbeschluss zu „Corona-Semester“

Der Senat der TU Dresden hat am 29. April 2020 in einer Sondersitzung Grundsatzbeschlüsse für das Sommersemester 2020 gefasst und hochschulweite Festlegungen für Studium und Prüfungsverfahren getroffen, um durch die Corona-Pandemie verursachte Belastungen und rechtliche Unsicherheiten abzufedern.

„Mit diesen weitgehenden Beschlüssen ist die TU Dresden eine der ersten Universitäten bundesweit, die die drängenden Fragen rund um Studium und Lehre während der Corona-Pandemie umfassend beantwortet und dabei ihr Versprechen einlöst, Nachteile für Studierende möglichst abzuwenden“, fasst der Prorektor für Bildung und Internationales, Prof. Hans Georg Krauthäuser, die Entscheidungen zusammen.

Prüfungen sind möglich – aber freiwillig

Unter anderem wurde festgelegt, dass grundsätzlich alle vorgesehenen Prüfungsleistungen des aktuellen Semesters angeboten werden sollen, dabei aber alternative Prüfungsformen wie mündliche Prüfungen mit Hilfe von Videokonferenzsystemen möglich sind. Jeder kann selbst entscheiden, ob er an den Prüfungen teilnehmen und das erreichte Prüfungsergebnis annehmen will. Darüber hinaus können Prüfungsergebnisse abgelehnt und die Prüfung wiederholt werden.

Auf Wunsch keine Anrechnung auf Regelstudienzeit

Darüber hinaus steht es allen Studierenden frei, sich das aktuelle Semester nicht auf ihre Regelstudienzeit anrechnen zu lassen. Für die Beantragung sind keine Nachweise oder Voraussetzungen erforderlich.

„Es geht keineswegs darum, das Semester zu einem verlorenen Semester zu erklären. Im Gegenteil, Prüfungen sollen abgelegt werden können so gut es geht ,“ sagt Jana Lintz, studentische Senatorin. „Wir müssen aber den Druck auf die Studierenden drastisch reduzieren. Es ist völlig in Ordnung, in dieser Situation nicht so viel leisten zu können. “

In einer laufenden Umfrage der TU Dresden unter ihren Studierenden gaben bisher je ein Drittel der Befragten an, teilweise beziehungsweise voll und ganz durch die digitale Lehre psychisch unter großen Druck gesetzt zu werden.

Fakt ist: Der gesundheitliche Schutz von Lehrenden und Studierenden hat aktuell höchste Priorität.

Text: DMD, Foto: Archiv

Die Beschlüsse des Senats vom 29. April 2020 kannst du hier nachlesen.

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Bildquellen

  • infofakultaet-DD: Archiv
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