„Freizeitbegleiter!“ und „Hüter der Nacht“: Pflegedienst bietet Quereinsteigerjobs für Studenten

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Viele Studenten haben als Folge der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren, während im Pflegedienst verstärkt Aushilfen und Quereinsteiger gesucht werden. Freizeitbegleitungen und Nachtaufsichten durch Studenten sollen nun für beide Seiten eine Win-Win-Situation erzeugen.

„Der Bedarf an eigenständigem Wohnen für Menschen mit Behinderung steigt in Dresden ständig. Darum suchen wir auch immer wieder Personal“, sagt Katrin Friedrich, Chefin des Dresdner Pflegedienstes für Häusliche Pflege und Betreuung Friedrich. Sie betont, dass die Dringlichkeit durch die Corona-Pandemie steigt. „Unsere Klienten sind auf verschiedene Art und Weise gehandicapt. Sie brauchen in einem erhöhten Maße Unterstützung, da auch sie nun vermehrt in ihren Wohnungen bleiben müssen und nicht zur Arbeit oder in die Betreuungsstätten können“, fügt Katrin Friedrich hinzu.

Die Firma von Katrin Friedrich widmet sich neben den üblichen Aufgaben eines Pflegedienstes vor allem dem selbständigen Wohnen von behinderten Menschen. „Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, dass alle Menschen, egal welche Voraussetzungen sie mitbringen, das Recht auf selbstbestimmtes Wohnen haben. Und wer ein Handicap hat, der braucht dabei eben etwas mehr Hilfe.“

Welche Aufgaben stehen an?

In den von ihr betreuten Wohneinheiten leben junge Menschen in kleinen Wohngruppen zusammen. Je nachdem, wie sie in der Lage sind, ihren Alltag zu meistern, bekommen sie von Friedrichs geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Assistenzen. Da geht es zum einen um ganz banale Dinge wie die Begleitung zum Amt oder zum Arzt, die Planung der nächsten Mahlzeit oder ein gemeinsamer Besuch im Kino, aber auch die körperliche Pflege.

„Wir benötigen unsere ausgebildeten Fachkräfte vor allem für die jungen Leute, welche Pflege benötigen. Da kommt die Freizeitbegleitung manchmal etwas zu kurz“, erläutert die Fachfrau. „Darum suchen wir unbedingt Menschen, die unsere Bewohner einfach mal in ihrer Freizeit begleiten oder Nachtwachen übernehmen.“ 

Eine besondere Vorbildung oder Erfahrung in diesem Bereich sei nicht nötig, meint Friedrich. Wichtig ist, dass die „Hüter der Nacht“ oder „Kumpel to go!“ Lust haben, sich auf die neue Aufgabe einzulassen und flexibel in ihrer Zeiteinteilung sind. 

Keine Angst vor Behinderung

Die Unternehmenschefin weiß, dass viele Menschen Berührungsängste gegenüber behinderten Menschen haben. „Wann“, fragt sie, „haben wir denn im Alltag wirklich Kontakt zu Menschen mit Handicap? Der Wunsch der EU nach Inklusion lässt sich in unserer Gesellschaft leider nur sehr langsam und schwer umsetzen.“ 

Umso wichtiger ist es jedoch, sich selbst die Gelegenheiten zu schaffen, behinderten Menschen in ihrem Alltag zu begegnen und neue Erfahrungen zu sammeln.

Quereinsteiger gesucht!

Und so entstand die Idee, Studierende zu ermutigen, in die Betreuung der behinderten Menschen mit einzusteigen. „Es sind ja gerade zurzeit viele Aushilfsjobs in der Gastronomie, dem Veranstaltungsgewerbe oder auch den Weihnachtsmärkten weggebrochen“, so Friedrich. „Ich weiß von meinen eigenen Kindern, dass aber gerade diese Jobs für Studierende so wichtig sind, um sich ihr Leben und ihr Studium zu finanzieren.“ Deshalb wirbt die Unternehmerin nun verstärkt um genau diese Zielgruppe. „Natürlich bekommen die jungen Leute von uns eine intensive Einarbeitungszeit. Und wir suchen genau aus, welcher Betreuer zu welchem Bewohner passt. Es soll ja für alle Beteiligten eine gute Erfahrung werden.“ 

Nico Rothe studiert im dritten Semester Politikwissenschaft an der TU Dresden und ist bereits auf das Angebot aufmerksam geworden. „Ich war schon lange auf der Suche nach einem Job, um mir mein Leben rund um das Studium besser finanzieren zu können. Durch die Pandemie wurde mir die Jobsuche nicht gerade vereinfacht. Bei dem Angebot wurde ich schnell hellhörig. Es ermöglicht mir eine finanzielle Absicherung, ohne dass mein Studium zu kurz kommt.“

Interesse? Dann bewirb Dich jetzt unter: bewerbung@friedrich-pflege.de

Text: Lucy Lehmann
Foto: PR

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