Corona-ABC: Von Abstand halten bis zuhause bleiben

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Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus geistern viele Begriffe durch die Medien. CAZ-Autor Marcel Tarbier, der an der Uni in Stockholm Molekulare Biowissenschaft studiert, hat für euch ein Corona-ABC zusammengestellt – von A wie Abstand halten bis Z wie zuhause bleiben. 

Abstand: Abstand halten soll vor allem die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch verringern. Oft wird 1,5 Meter empfohlen, aber es gilt: je mehr, desto besser.

Biologie: Das derzeit kursierende Coronavirus, SARS-CoV-2, ist ein RNA-Virus und tierischen Ursprungs. Es stammt vermutlich von Fledermäusen, genauer Hufeisennasen.

Corona/COVID-19: Der Erreger gehört zur Familie der Coronaviren, benannt nach den kronenförmigen Strukturen auf der Virusoberfläche. Der Name für das Virus selbst ist übrigens SARS-CoV-2 (Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). COVID-19 ist dagegen der Name für die durch das Virus hervorgerufene Krankheit „coronavirus disease 19“. Die 19 steht dabei für das Jahr des ersten Auftretens, 2019.

Desinfektionsmittel: Um das Virus tatsächlich unschädlich zu machen, genügen Mittel, die als „begrenzt viruzid“ gekennzeichnet sind. Aber seid sparsam und hamstert nicht, denn besonders Risikogruppen und medizinisches Personal sind viel eher auf Desinfektionsmittel angewiesen.

Exponentiell: Exponentielle Verbreitung bedeutet, dass sich selbst die Zahl der Neuinfektionen täglich erhöht. Anfänglich ist das Ziel daher die Verringerung dieses Faktors, des Exponenten, später erst die Verringerung der absoluten Zahl an Neuinfektionen.

Epidemie: Verrbreitet sich eine Krankheit rasant, aber räumlich und zeitlich begrenzt, spricht man von einer Epidemie. Das ist aber derzeit schon nicht mehr der Fall.

Fake News: Derzeit kursieren viele Falschmeldungen und Halbwahrheiten. Das ist vor allem dann problematisch, wenn rassistische Klischees bedient werden, oder wenn sie dazu führen, dass Schutzmaßnahmen ignoriert werden, wodurch letztlich andere gefährdet werden.

Grenzen: Die Corona-Krise hat in ganz Europa zu Grenzschließungen geführt, wenngleich der Nutzen angezweifelt wird.

Herdenimmunität: Selbst in Ländern mit hohen Infektionszahlen ist man noch weit von den ca. 85 % (Zahlen variieren) entfernt, die für Herdenimmunität benötigt würden. Auf absehbare Zeit (d.h. Jahre) wird es daher keine Herdenimmunität geben.

Haustiere: Hunde können das neue Virus offenbar nicht bekommen, Katzen dagegen schon, auch von anderen Katzen. Es wird empfohlen, Katzen während der Pandemie im Haus zu lassen.

Home-Office: Da viele Menschen jetzt tagein tagaus von zuhause aus arbeiten müssen, ist es umso wichtiger, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Auch manche Studenten müssen trotz allem Haus- und Abschlussarbeiten schreiben oder aus dem Home-Office arbeiten.

Information: Verlässliche Informationsquellen sind unter anderem das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Immunität: Es ist mittlerweile klar, dass im Blut genesener Patienten Antikörper gegen Virusproteine vorhanden sind. Es wurde derzeit erprobt, ob diese therapeutisch eingesetzt werden können. Es ist allerdings nicht klar, ob und wie lange genesene Patienten tatsächlich gegen eine erneute Infektion immun sind.

Impfung: Trotz weltweiter Anstrengungen gibt es derzeit keine Impfmöglichkeiten. Solange keine Impfung vorhanden ist, werden wir uns wohl mit dem Virus arrangieren müssen.

Inkubationszeit: Zwischen der Infektion und dem Auftreten von Symptomen liegen in der Regel 5 bis 6 Tage.

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister erfährt dieser Tage viel Aufmerksamkeit. Dabei ist die Bekämpfung der Pandemie eine Querschnittsaufgabe, an der verschiedene Ministerien und Bundesämter sowie die Länder und deren Behörden beteiligt sind.

Klopapier: Klopapier wäre nie Mangelware geworden, wenn nicht einige wenige gehamstert hätten. Mittlerweile ist es zum Symbol für sinnlose Hamsterkäufe geworden und mancherorts sind die Regale immer noch leer.

Luftverschmutzung: Eine Studie fand heraus, dass sich das Virus in Städten mit hoher Luftverschmutzung schneller verbreitet und dass der Krankheitsverlauf dort durchschnittlich kritischer ist.

Maske: Der Zweck der Gesichtsmaske ist der Schutz anderer sowie der Selbstschutz. Letzteres setzt voraus, dass die Maske korrekt verwendet wird und dass man sich regelmäßig die Hände wäscht, am besten mit alkoholhaltigen Handreinigern.

Natur: Während sich die Natur durch Einschränkungen in Verkehr, Industrie und Tourismus vielerorts erholt, stellen achtlos weggeworfene Einwegmasken und Schutzhandschuhe ein komplett neues Problem dar. Bitte entsorgt Schutzausrüstung fachgerecht.

Ordnungsamt: Gemeinsam mit der Polizei überwachen die Mitarbeiter die Einhaltung der Verhaltensregeln.

Pandemie: Verbreitet sich eine Krankheit rasant und ist räumlich und zeitlich nicht mehr begrenzt, spricht man von einer Pandemie. Das ist zur Zeit der Fall.

Patient Null: So bezeichnet man den ersten dokumentierten Fall einer Infektionskrankheit, die zu einer Epidemie oder Pandemie wurde. Manchmal nennt man so auch den ersten Fall in einer bestimmten Gegend, z.B. der europäische Patient Null oder der deutsche Patient Null. Geläufig ist auch der Anglizismus Patient Zero.

Quarantäne: Dies bezeichnet die behördlich angeordnete Isolierung zum Schutze anderer. Beispielsweise sollen derzeit Deutsche, die aus dem Ausland zurückkommen, für zwei Wochen in Quarantäne bleiben.

Rauchen: Rauchen ist ein Risikofaktor, unter anderem bedingt durch entsprechende Vorerkrankungen.

Reisen: Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin den Verzicht auf jegliche touristischen Auslandsreisen. Einige Länder verweigern die Einreise unabhängig vom Reisegrund.

Risikogruppen: Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankung oder Immunschwäche.

Schweden: Viele Augen richten sich dieser Tage auf das größte der nordischen Länder. Fakt ist, dass in Schweden bis dato pro 1 Millionen Einwohner bereits dreimal so viele Menschen gestorben sind wie in Deutschland.

Symptome: Husten tritt bei etwa 51 % der registrierten Fälle auf, 42 % haben Fieber und 22 % Schnupfen. Viele Infizierte zeigen demnach keine Symptome. Laut WHO können aber auch diese sogenannten asymptomatischen Fälle das Virus verbreiten.

Therapie: Es gibt derzeit noch keine spezifisch gegen das Virus gerichtete Therapie. Behandelt werden daher Symptome, etwa durch Flüssigkeits- und Sauerstoffgabe, oder mit Antibiotika gegen bakterielle Begleitinfektionen.

Trivia: Bereits 2007 hatten Forscher der Universität Hongkong davor gewarnt, dass Viren von Fledermäusen auf Menschen übertragen werden könnten.

Übertragung: Der Hauptinfektionsweg ist die Tröpfcheninfektion, z.B. durch Husten und Niesen, aber auch durch Partikel, die beim Atmen oder Sprechen ausgestoßen werden. Gelangen diese Partikel direkt oder über den Umweg über Oberflächen und Hände an die Schleimhäute, kann eine Infektion auftreten.

Ursprung: Das Virus hat seinen Ursprung im chinesischen Wuhan. Die Theorie, dass es von einem der örtlichen Schlachtermärkte stammt, ist umstritten.

Virus: Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel. Daher sind z.B. Antibiotika wirkungslos und werden nur dazu genutzt, Begleiterkrankungen zu behandeln. Viren dringen in Wirtszellen ein und nutzen deren Stoffwechsel zur eigenen Vermehrung.

Wohnzimmerkonzerte: Musiker geben dieser Tage oft solche Konzerte für wohltätige Zwecke, aber manchmal auch einfach, um zu unterhalten oder um ihre Arbeit zu finanzieren. Nicht jeder Musiker ist bereits ein Weltstar.

X & Y: Unter den Patienten die im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind Männer überrepräsentiert.

Zuhause bleiben: Eine einfache, aber effiziente Methode, die Verbreitung einzudämmen, ist die Reduktion physischer Kontakte. Das muss dank Internet nicht soziale Isolation bedeuten, denn es gibt ja Skype, Zoom, WhatsApp und Co. Auch viele Brett- und Kartenspiele gibt es im Online-Mehrspieler-Format.

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Text: Marcel Tarbier
Bild: Pixabay/Alexandra Koch

Quellen: RKI, BZgA, BBC, Nature news

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