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Die größte internationale Studentenorganisation Aiesec zeigt in der Corona-Krise Durchhaltevermögen. CAZ-Autorin Charlotte Rüsch hat mit Jonas Gehlmann, dem derzeitigen Local Committee President in Dresden, darüber gesprochen.

Jonas ist 21 Jahre alt und hat selbst schon ein Jahr als Englischlehrer in Südamerika verbracht. Nun studiert der gebürtige Chemnitzer Wirtschaftspädagogik an der TU Dresden und möchte anderen jungen Menschen diese Erfahrung im Ausland ebenfalls ermöglichen. Doch genau das ist momentan wegen Corona nicht möglich. 

Überzeugungsarbeit bei Rückholaktion

Aiesec ist eine Organisation, die Freiwilligenprojekte und Praktika im Ausland vermittelt – und dabei können beide Seiten viel gewinnen. Doch was ändert sich nun bei Aiesec angesichts der aktuellen Lage? „Was sich geändert hat in der Corona-Krise, ist, dass nichts mehr sicher ist und dass wir nichts mehr richtig garantieren können für den Moment“, sagt Jonas. Mit dieser Unsicherheit haben viele zu kämpfen, und mich interessiert, was das praktisch zu bedeuten hat. Jonas erklärt mir, dass die Teilnehmer ihre Projekte verschieben oder stornieren können. Auch gab es eine Rückholaktion für diejenigen, die sich schon im Ausland befanden, was einiger Überzeugungsarbeit bedurfte, um den Ernst der Lage klarzumachen. 

Immer die Timeline im Auge

Ansonsten heißt es für das Aiesec-Team Pläne schmieden und die Timeline im Auge behalten. Dass bereits junge Studenten eine Organisation durch so schwere Zeiten führen, beeindruckt mich und ich möchte mehr wissen. Was läuft da bei Aiesec hinter den Kulissen ab? Jonas schmunzelt und berichtet begeistert von seiner Arbeit: Prinzipiell kann sich jeder Interessierte bewerben, um im Team aufgenommen zu werden. Danach hat man die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen der Organisation zu arbeiten und dabei Führungsqualitäten zu entwickeln. 

Schon mal Praxisluft schnuppern

Die Vermittlung der Projekte und Praktika, das Marketing, die Finanzen, die Betreuung der Mitarbeiter und der Teilnehmer, u.v.m. müssen geplant und durchgeführt werden und bieten dabei einen praktischen Einblick in die Berufswelt – was beim Studium leider oft auf der Strecke bleibt. Ein persönlicher Umgang ist außerdem wichtig, und so werden für jeden, der gern ins Ausland möchte, individuell Projekte und Praktika herausgesucht und von den ersten Kontakten ins Ausland über das Finden einer Unterkunft bis zum Reflexionsgespräch danach begleitet. Eine Gebühr wird dabei erst fällig, wenn sich der Teilnehmer für ein Projekt entschieden hat und sich bewirbt, wobei in dem Betrag Unterkunft und eine Mahlzeit enthalten sind. 

Nicht den Mut verlieren

Bei so viel Engagement stellt sich die Frage, nach was für einer Philosophie Jonas lebt? „Die Lebensphilosophie, die mir gerade am meisten hilft, ist ‚Always develop yourself!‘. Dieser Gedanke, dass ich mich immer selbst weiterentwickeln kann, dass sich in jeder noch so schlimmen Situation auch ein Quäntchen Positives und Gutes finden lässt, womit ich mich selbst und auch andere weiterentwickeln können. Das hilft mir gerade sehr, um nicht den Mut zu verlieren, muss ich wirklich sagen.“

Neugierig geworden? Dann schau im Webinar am 7.5. vorbei! Dabei dreht sich alles um das Thema „Teach & Travel in South America“. 

Text: Charlotte Rüsch
Foto: Aiesec

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