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Die Energiekrise ist auch bei den Dresdner Studierenden angekommen. Ab 1. Dezember 2022 zahlst du in den Wohnheimen des Studentenwerks höhere Betriebskosten. Steigt bald auch der Semesterbeitrag?

Das Studentenwerk Dresden hat mitgeteilt, dass es wegen der aktuellen Kostensteigerungen bei Energie und Lebensmitteln gezwungen ist, diese Preissteigerungen an die Studierenden weiterzugeben bzw. eine solche Weitergabe einzuplanen, wenn der Freistaat Sachsen keine Unterstützung dazugibt. Zum 1. Dezember 2022 erhöht das Studentenwerk in allen Wohnheimen die Betriebskosten um monatlich 26,99 Euro pro Mieter bzw. Mieterin. Derzeit stellt das Studentenwerk den Wirtschaftsplan für das nächste Jahr auf. Darin wird momentan eine Steigerung von 15 Euro beim Semesterbeitrag für alle Studierenden eingeplant, um die anfallenden Kosten decken zu können. 

Weniger Studierende und höhere Personalkosten

Udo Lehmann, kommissarischer Geschäftsführer des Studentenwerks Dresden, erklärt dazu: „Das Studentenwerk finanziert sich neben dem Semesterbeitrag vor allem aus eigenen Erträgen der Mensen und Wohnheime sowie aus staatlichen Zuschüssen. Trotz der Auswirkungen der Pandemie waren wir bisher in der Lage, die Semesterbeiträge der Studierenden seit dem Sommersemester 2020 stabil halten zu können. Außerdem ist es uns bisher möglich, täglich in jeder Mensa ein Essen zum sozialverträglichen Preis von 2,35 Euro anzubieten. Im Hinblick auf die aktuelle finanzielle Mehrbelastung der Studierenden ist uns das ein besonderes Anliegen. Doch vor allem durch die aktuell erheblichen Kostensteigerungen, aber auch durch rückläufige Studierendenzahlen und Tarifsteigerungen für unser Personal, können wir diesen Kurs nicht mehr so fortsetzen, wenn der Staat nicht handelt. Im derzeit in Verhandlung befindlichen Haushaltsentwurf des Freistaats Sachsen für 2023/24 sind die aktuellen Inflationsentwicklungen nicht ausreichend berücksichtigt. Deswegen müssen wir leider aus heutiger Sicht eine erhebliche Beitragserhöhung zu Lasten der Studierenden einplanen, um die steigenden Kosten zu decken.“

Studierendenvertreter fordert höhere Zuschüsse

Paul Senf, Student der TU Dresden und stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats, sagt dazu: „Sollte es zu der geplanten Erhöhung um 15 Euro von 87,50 Euro auf 102,50 Euro pro Semester kommen, entspricht dies einer Steigerung um mehr als 17 Prozent.“ Er ergänzt: „Jeder Cent, der an Zuschüssen für die Studentenwerke im sächsischen Doppelhaushalt fehlt, muss durch die Studierenden ausgeglichen werden. Im Falle des Studentenwerks Dresden benötigen wir höhere Zuschüsse zum laufenden Betrieb. Der Landtag steht in der Verantwortung, diese im Vergleich zum Regierungsentwurf noch deutlich zu erhöhen. Das Studentenwerk bietet mit günstigem Wohnraum, einem preiswerten und qualitativ hochwertigen Essensangebot und zahlreichen sozialen Dienstleistungen genau die Angebote, die Studierende in der aktuellen Krise benötigen. Beispielsweise ist der Bedarf nach psychosozialer Beratung in Folge der Pandemie gestiegen, und er wird durch die unsichere gesellschaftliche Situation weiterhin deutlich steigen. Es kann aus unserer Sicht keine Lösung sein, die Mehrbelastungen auf die Studentenwerke und die Studierenden zu übertragen. Denn auch wenn wir für die vielfältigen direkten staatlichen Entlastungen dankbar sind, unterstützen diese viele Studierende noch nicht ausreichend.“

Text: PR

Bildquellen

  • Kisten: Karolina Grabowska/pexels.com
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